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UNTERNEHMENSBEITRAG

Brustchirurgie im Brust-Zentrum Zürich - so schonend wie möglich

Letztlich entscheidet die Patientin

Sobald bei einer Frau der Verdacht auf Brustkrebs besteht, wird die Diagnose mit einer Gewebeprobe (Biopsie) gesichert. Bei der Stanzbiopsie (Nadelpunktion) wird unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe aus dem krebsverdächtigen Knoten entnommen. Von dem gewonnenen Material werden hauchdünne Schnitte angefertigt. Eine Pathologin oder ein Pathologe beurteilt die Präparate.

Interdisziplinäre Konferenz

„Ergibt die feingewebliche Untersuchung einen Tumor oder eine Vorstufe davon, wird in Zusammenarbeit mit den Fachkollegen und -kolleginnen die bestmögliche individuelle Therapieform für die Patientin gewählt“, sagt Dr. Brigitte Hoffmann. Vor jeder Operation findet eine Besprechung in der interdisziplinären Konferenz (Diagnostik-Konferenz) statt, um den bestmöglichen Behandlungsplan für die Patientin vorzuschlagen.

Manchmal wird auch eine Vakuumbiopsie vorgenommen: Dabei wird die Gewebeprobe aus der verdächtigen Region für die histologische Untersuchung mit einer Hohlnadel entnommen. Diese kann unter Ultraschall-, Mammographie- oder MRI-Kontrolle erfolgen.

Bei familiärer Vorbelastung - wenn beispielsweise bereits die Mutter, die Tante oder die Schwester an Brustkrebs erkrankt ist - wird oft auch ein MRI (Magnetresonanztomographie) vorgenommen. „MRI kommt ohne Strahlenbelastung aus, was vor allem bei jungen Frauen wichtig erscheint“, sagt Dr. Brigitte Hoffmann. Dieses Verfahren wird auch bei Frauen mit sehr dichten Brüsten gewählt, oder wenn die Ärztin mehrere Herde vermutet, aber auch bei Implantaten.

Die Empfehlung der Diagnostik-Konferenz ist für die Beteiligten bindend, wie Dr. Brigitte Hoffmann erklärt. Der Vorschlag wird der Patientin unterbreitet.

Die Therapie des Mammakarzinoms stützt sich auf mehrere Säulen: Chemotherapie, Antihormonelle Therapie, Strahlentherapie und Chirurgie sind die Behandlungsmöglichkeiten, die sich gegenseitig nicht ausschliessen, sondern ergänzen.

Wenn die Patientin „Nein“sagt

Allerdings kommt es auch vor, dass die Patientin „Nein“sagt. Manche wollen keine Chemotherapie aus Angst vor Nebenwirkungen, wie Haarverlust. Dieser sei oft einschneidend, sagt Brigitte Hoffmann. Sie rät den betroffenen Frauen, die Haare erst mal kurz zu schneiden. Die meisten Frauen wählen eine Perücke. Die Chemotherapie - so Dr. Brigitte Hoffmann - könne „wie ein Jungbrunnen“fürs Haar wirken.

Für die behandelnden Ärztinnen ist ein Nein nicht immer einfach, weil sie sehen, dass eine Behandlungsmöglichkeit vergeben wird. „Letztendlich ist es aber unsere Aufgabe, die Betroffenen auch auf diesem Weg zu begleiten,“sagt Brigitte Hoffmann.

Keine verstümmelnden Operationen

Bei einer Brustoperation muss über das Ausmass der chirurgischen Behandlung entschieden werden. Dank der Früherkennung mit Mammographie - die in der Schweiz jedes Jahr über hundert Frauen das Leben retten kann - und dank neuer therapeutischer Errungenschaften auf dem Gebiet der systemischen Therapie, gelinge es, in fast 80 Prozent aller Brustkrebsfälle brusterhaltend zu operieren.

Die verstümmelnden Operationen der 1970-er Jahre haben nicht mehr gebracht. Dr. Brigitte Hoffmann erinnert sich: „Damals kam man fast ins Gefängnis, wenn man brusterhaltend operieren wollte.“

Sollte ein grösserer Eingriff nötig sein, können plastische Chirurgen mit einer sofortigen oder späteren Rekonstruktion der operierten Brust zur Erhaltung des weiblichen Erscheinungsbildes beitragen.

Dabei wird entweder körpereigenes Gewebe vom Bauch, den Schultern oder dem Po - oder eine Silikonprothese - bei sehr zarten Frauen ohne „überflüssiges“Gewebe - verwendet.

Eine weitere Errungenschaft der sanfteren Brustchirurgie der vergangenen 15 Jahre sei die Einführung der Wächterlymphknoten-Operation, so Dr. Brigittte Hoffmann. Dabei werden nur noch wenige Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und untersucht. So bleiben vielen Patientinnen die komplette Ausräumung der Achsel-Lymphknoten und die damit einher gehenden negativen Nebenwirkungen erspart. Also: keine Armlymphödeme und Bewegungseinschränkungen mehr.

„Uns Brustchirurginnen und Brustchirurgen liegt daran, mit grösster Sorgfalt und starker Empathie die Patientinnen auf ihrem schwierigen Weg zu begleiten,“sagt Dr. Brigitte Hoffmann.

Nur Tasten?

Das früher oft empfohlene Abtaten der Brüste durch die Frauen selber, hält Dr. Brigitte Hoffmann für nicht ausreichend: „Die Früherkennung ist wichtig“. Mit Mammographie könnten kleinste Veränderungen erkannt werden.


BUCHTIPP: Brustkrebs - Der aktive Weg durch die Erkrankung.

Margrith Widmer
freie Journalistin
24.04.2014

zur Person

Dr. Brigitte Hoffmann

Dr. Brigitte Hoffmann stammt aus Wien. Sie arbeitete dort viele Jahre lang als Brustchirurgin. Zuvor war sie auch in Thailand und Kenia tätig. In den vergangenen sieben Jahren konnte sie in der interdisziplinären Zusammenarbeit in einem Wiener Privatspital einen brustchirurgischen Schwerpunkt aufbauen; sie verfügt in diesem Sektor reiche Erfahrung. Über die herzliche Aufnahme ihrer Familie in Zürich, in der Nachbarschaft, an der Universität Zürich und an ihrem Arbeitsplatz, im Brust-Zentrum Zürich, freut sie sich sehr.

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Informationsabende im Brustzentrum Zürich

Spannende Informationsveranstaltungen rund um das Thema Brustkrebs 

Fatigue aus Sicht der Bewegungstherapie
  • Dienstag 07. April 2015, 18.30 - 20.00 Uhr

Brustrekonstruktion heute und Brustwarzentätowierung
  • Dienstag 05. Mai 2015, 18.30 - 20.00 Uhr
PD Dr. Jian Farhadi, Astrid Keller. Bei der chirurgischen Entfernung von Brustkrebs wird, wenn irgendwie vertretbar, die Brust erhalten. Lesen Sie mehr...

Nebenwirkungen der Antihormontherapie
  • Dienstag 02. Juni 2015, 18.30 - 20.00 Uhr
Dr. Eliane Sarasin Ricklin FMH Gynäkologie & Geburtshilfe Brustkrebs ist eine überwiegend hormonsensible Erkrankung. Lesen Sie mehr...

Warum das Gespräch mit der Psychoonkologin hilfreich sein kann
  • Dienstag 07. Juli 2015, 18.30 - 20.00 Uhr

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Rund um die Misteltherapie
  • Dienstag 01. September 2015, 18.30 - 20.00 Uhr

Prof. Dr.Ursula Wolf, FMH Allgemeine Innere Medizin und Anthroposophisch erweiterte Medizin Die Misteltherapie mit Viscum album wird häufig bei Krebserkrankungen als ergänzende Therapie zur Standardonkologie angewendet. Lesen Sie mehr...


"Sanfte Medizin" für Frauen mit Brustkrebs
  • Dienstag 06. Oktober 2015, 18:30-20:00

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Nachsorge: Die Behandlung ist vorbei- und jetzt?
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Der Krebs unter dem Mikroskop - Einsicht einer Pathologin
  • Dienstag 01. Dezember 2015, 18.30 - 20.00 Uhr

Dr. Aurelia Noske, Pathologin Die Grundlage der klinischen Diagnose und anschliessenden Therapie beruht auf der Beurteilung von Gewebeproben durch die Pathologie. Lesen Sie mehr...


Die Kurse finden jeweils Dienstag Abends an der Hardturmstrasse 135 in 8005 Zürich statt.
Sie können sich online direkt unter der Vortragsbeschreibung oder bei der Kursleiterin per Fax oder E-Mail anmelden

  • Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und wird nach Eingang der Anmeldung berücksichtigt.
  • Bitte melden Sie sich bei Verhinderung ab, damit der Platz für andere Interessierte freigegeben werden kann
  • Unkostenbeitrag pro Vortrag: CHF 10.– (vor Ort zu bezahlen)

Ein Angebot des Brust-Zentrums Zürich

05.03.2015
Ihr myHEALTH-Team

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