Seit mehreren Jahren ist es üblich, mit therapeutischen Antikörpern das Wachstum der betroffenen Zellen zu hemmen und das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. So werden im Frühstadium der Krankheit die Chancen auf Heilung und im fortgeschrittenen Stadium die Chance auf ein verlängertes progressionsfreies Überleben bei Frauen mit HER2-positvem Brustkrebs gesteigert.

Wichtiger Beitrag zur Lebensqualität erkrankter Frauen

Nun hat die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel (Swissmedic) die subkutane Darreichungsform einer HER2-gerichteten Therapie zugelassen. Fortan können an HER2-positivem Brustkrebs erkrankte Frauen im Frühstadium mit Präparaten in gebrauchsfertigen Fixdosen subkutan therapiert werden.

Eine grosse Mehrheit der Patientinnen bevorzugt die subkutane Darreichungsform aufgrund der verkürzten Anwendung, welche in vielen Fällen auch als weniger schmerzhaft empfunden wird.

Durch kürzere Applikationszeit in Behandlungszentren und Krankenhäusern kann zudem das Gesundheitssystem entlastet werden. Besonders stark frequentierte Kliniken profitieren von der neuen, zeitsparenden Verabreichungsform.

Bewährtes Medikament neu aufgesetzt

Die Zulassung des HER2-gerichteten Wirkstoffs in subkutaner Darreichungsform in der Schweiz erfolgt unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den jüngsten Studien HannaH, SafeHer und PrefHER. Nach diesen verfügt ein subkutan dargereichter Antikörper über eine vergleichbare Wirksamkeit wie jener in intravenöser Formulierung.

Der humanisierte monoklonale Antikörper wird von einem Schweizer Pharmaunternehmen angeboten, das international zu den Konzernen mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung zählt. Seit der Zulassung des Präparats im Jahr 1998 wurden 1,2 Millionen an HER2-positivem Brustkrebs erkrankte Frauen mit diesem therapiert. Der Wirkstoff findet inzwischen auch bei der Bekämpfung von Magenkrebs Anwendung.

Dr. phil. Bernhard Spring
Freier Journalist